Kommt zum 28. Kiezrundgang im und um den Görlitzer Park -diesmal mit der Late-Night-Edition ab 22 Uhr!
Wir tauschen uns aus, wie die aktuelle Situation ist, was die sozialen Konflikte vor Ort sind, warum ein Zaun und eine nächtliche Schließung nicht helfen und was soziale Lösungen für die sozialen Konflikte wären.
05.07.2026, 22 Uhr, Wrangel Ecke Falckenstein (Dauer ca. 90 Min., keine Anmeldung erforderlich)
Deine Ideen für den Görli und die umliegenden Kieze!
Unser Kiez ist ein Ort für Begegnung und Gemeinschaft – aber auch geprägt von Herausforderungen wie Ausgrenzung und Unsicherheit. Viele aktuelle Maßnahmen setzen auf Kontrolle und Repression. Das Bündnis „Görli zaunfrei“ arbeitet deshalb an einem Konzept für solidarische Lösungen im Kiez und möchte gemeinsam mit euch andere Wege in den Blick nehmen: Was braucht es wirklich für ein gutes Zusammenleben im Kiez?
Das erwartet dich Bring deine Perspektive ein und diskutiere mit Anwohnenden, Initiativen und Projekten: • Was läuft gut – was fehlt? • Was wünschst du dir für den Görli und die umliegenden Kieze? • Was sollte sich verändern?
Gemeinsam entwickeln wir Ideen für ein solidarisches Miteinander.
Komm vorbei und bring deine Perspektiven ein!
Mittwoch, 20. Mai, 18 – 20 Uhr, Einlass ab 17:30 Uhr
Begegnungsstätte Falckensteinstraße Falckensteinstraße 6 10999 Berlin
Mal ist er auf, mal ist er zu, mal ein Tore kaputt oder komplett weg…..
Warum die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks populistische Symbolpolitik ist und was nachhaltige Lösungen wären, besprechen wir beim 26. Kiezrundgang.
Wrangel Ecke Falckenstein, 18 Uhr (Dauer ca. 90 Min., keine Anmeldung erforderlich)
Wir haben mit Niklas Schrader (Linke) eine Anfrage im Abgeordnetenhaus gestellt, um zu erfahren, wie viele Straftaten/Delikte tatsächlich nachts im Görlitzer Park stattfinden (bzw. wieviele Strafanzeigen von der Polizei erfasst werden). Denn immerhin wird der Görli ja neuerdings nachts verschlossen, um die Kriminalität zu bekämpfen (falls die Eingangstore funktionieren).
Das Ergebnis ist ernüchternd:
Der Großteil der Delikte am kbO Görlitzer Park/Wrangelkiez findet (seit Jahren) außerhalb des Görlitzer Parks statt! Eine aktuelle Anfrage von Vasili Franco (Grüne) zeigt, dass im Jahr 2025 79% aller Delikte nicht im Görlitzer Park, sondern außerhalb, also im Rest des kbO Görlitzer Park/Wrangelkiez stattfinden (Link leider mit Paywall)
Nachts finden deutlich weniger Straftaten als tagsüber statt – nämlich im Schnitt 21,58% aller aufgenommener Delikte
Die Zahlen sind massiv rückläufig! Infolge der Cannabis-Entkriminalisierung seit dem 1. April 2024 kommt es in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zu einem Rückgang von 38,33 (2024) bzw. 44,90 Prozent (2025) der aufgenommenen Delikte!
Es finden besonders viele „Sonstige Straftaten“ statt! Das sind vermutlich vor allem Btm-Delikte – also sogenannte Kontroll-Delikte: viel Polizei=viele Kontrollen=viele Btm-Funde (Btm=Betäubungsmittel)
Ausgerechnet im Görli werden die Einsatzzeiten der Polizei nicht erfasst! Dabei ist dort doch alles so schlimm und die Polizei muss dort so viele Einsätze leisten…
In Bezug auf die am 15. Februar 2025 eingerichtet Waffenverbotszone lässt sich festhalten, das im Görli seitdem keine Schusswaffen, 16 sonstige Gegenstände und gerade mal 10 Messer sichergestellt wurden. Ob ein Zusammenhang zur Grillwiese besteht, lässt sich nicht ableiten oder ausschließen.
Bereits im vergangenen Jahr haben wir darauf hingewiesen, dass von Juli 2023 bis Juli 2024 lediglich ca. drei („3“) Prozent alles Straftaten im Görli mit Waffen begangen wurden, aber Fakten haben in der völlig freidrehenden Law-&Order-Debatte um den Görli bisher eine eher untergeordnete Rolle gespielt…
Unserer Meinung nach zeigen die hier dargelegten Zahlen, dass in der aktuellen Debatte relativ wenig Bezüge zur tatsächlichen Situation im Görli bestehen. Der Görli wird medial viel gefährlicher dargestellt als er ist, was vor allem einer Stimmungsmache zur Durchsetzung von Law&Order-Strategien dient. Geschenkt, dass diese Debatten an den Bedürfnissen von Nutzer*innen und Anwohner*innen komplett vorbeigeht.
Transparenzhinweis: In der Grafik waren aufgrund eines Fehlers die Prozentzahlen “Zu-/Abnahme” für 2022 und 2023 falsch dargestellt und wurde am 27. 03.2026 korrigiert)
Crime in Görli? We investigated
Along with Niklas Schrader (Die Linke), we sent an inquiry to parliament, in order to discover how many criminal offences actually take place in Görlitzer Park at night (or alternatively, how many criminal offences are recorded by the police). After all, Görli has recently begun to be closed at night in order to fight crime (provided the entrance gates are working…)
The result is sobering:
The majority of offences in the kbO of Görlitzer Park and Wrangelkiez have been taking place (for years!) outside of Görlitzer Park. A current inquiry from Vasili Franco (Grüne) shows, that 79% of recorded crimes took place not in Görlitzer Park, but in the rest of the kbO. (Source, unfortunately paywalled)
There are significantly fewer crimes at night than in the daytime – namely, 21.58% of all recorded offences
Figures are falling dramatically! As a result of the decriminalisation of cannabis on the 1st April 2024, there has been a reduction of 38.33% (2024) and 44.9% (2025) in the number of recorded offences over the two following years.
There are a lot of “other offences” These are presumably drug-related offences; in other words, so called “checkpoint offences”, which result from lots of police enacting lots of searches and finding lots of drugs. (The term in German is Btm-Delikte, with Btm referring to Betäubungsmittel, the word for narcotics.)
Of all the places, it’s in Görli that no one has recorded the police response times! And yet the situation there is obviously so terrible, and the police have to carry out so many arrests…
Regarding the weapon-free-zone that was established on the 15th February 2025, it is worth noting that since then, there have been no forearms, 15 miscellaneous items, and just 10 knives that have been seized in Görli. Any possible connection to the barbecue area can neither be determined nor ruled out.
We have already pointed out last year that, between July 2023 and July 2024, only around 3% of all crimes in Görli involved the use of weapons, but facts have played a somewhat minor role in the wildly out-of-control law-and-order debate surrounding Görli…
In our opinion, these figures show that the current discourse has relatively little to do with the actual situation in Görli. Görli is portrayed in the media as being far more dangerous than it actually is, which mostly serves to drum up public support for the draconian policies being applied in the park. It goes without saying that these debates completely ignore the needs of users and local residents.
Seit dem 1. März wird versucht, den Görli nachts zu schließen. Verklebte Schlösser und blockierte Tore lassen ahnen, wir umstritten diese Maßnahme ist.
Wir schauen uns das vor Ort an und diskutieren, warum immer mehr Verdrängung, Überwachung und Repression nichts bringt und was nachhaltige Lösungen sein könnten
Wrangel Ecke Falckenstein, 18 Uhr (Dauer ca. 90 Min., keine Anmeldung erforderlich)
Antwort auf kleine Anfrage zeigt: in 2 Jahren sind selbst bei der Polizei die Zahlen der Delikte im & um den Görli um ein Drittel gesunken -ganz ohne Zaun! … und es ist auch keine besondere Häufung von Straftaten zur Nachtzeit zu erkennen!
Kino im Kiezanker: unter anderem mit zwei Kurzfilmen über den geplanten Zaun und die Situation im Görli… 10 Jahre Kiezanker werden mit 10 Veranstaltungen gefeiert.
Am Mittwoch den 17.09. mit Kiezfilmen über den Kiez, Themen im Kiez oder Leuten aus oder im Kiez -oder alles auf einmal!
18 Uhr geht es los, kommt vorbei! Kiezanker 36, Cuvrystr. 13-14
Jetzt also auch Kamera-Überwachung und Auswertung der Daten mittels künstlicher Intelligenz… Der Görli wird zunehmend zum Versuchslabor der Law & Order-Politik von CDU & SPD.
Wünsch dir was
Nachdem am Kottbusser Tor 2023 bereits eine Polizeiwache eingerichtet wurde, im Februar 2025 eine “Waffenverbotszone” im und um den Görli ausgewiesen wurde, im Juni 2025 die Baumaßnahmen für eine nächtliche Schließung des Görlitzer Parks begonnen haben und der Görli sowieso schon seit Jahren als Gefahrengebiet und „Deutschlands schlimmster Drogenpark“ gelabelt wird, jetzt also auch noch Kameras und Auswertung per KI: der Görlitzer Park wird zum feuchten Traum und Versuchslabor rechter und neofaschistischer Überwachungsfantast*innen.
Dass all die repressiven Maßnahmen zuvor nichts gebracht und sich die sozialen Konflikte vor Ort weiter zugespitzt oder allenfalls verlagert haben, spielt in der Debatte ebenso wenig eine Rolle wie wissenschaftliche Erkenntnisse und die Meinung von Expert*innen.
Kriminalitätsbelastete Orte
Seit Jahren ist der Görli ein sogenannter kriminalitätsbelasteter Ort (kbO): an kbOs hat die Polizei Sonderrechte und darf anlasslos Personen kontrollieren und durchsuchen: so verschafft sie sich selber eine rechtliche „Legitimation“ für Racial Profiling und produziert weiter fleißig Zahlen für die eigene Statistik, mit der wiederum der kbO und weitere Maßnahmen legitimiert werden.
Öffentliche Beteiligung oder demokratische Kontrolle? Fehlanzeige. (Mehr Infos hier)
Kotti-Wache
Am 15. Februar 2023 wurde eine neue Polizei-Wache am Kottbusser Tor (“Kotti-Wache”) als persönliches Prestige-Objekt und auf Betreiben der sPD-Innensenatorin Spranger eröffnet. Wie von vielen aus dem Kiez erwartet gibt es keine unmittelbaren Effekte -außer, dass Polizeifahrzeuge im Weg rumstehen und öffentliche Flächen blockieren. Die Delikte in der Kriminalitätsstatistik haben nicht ab- sondern zugenommen und Vorfälle haben sich in die Nebenstraßen verlagert, ein klassischer Verdrängungseffekt für schlappe drei Millionen Euro. Polizeibeamte sitzen die meiste Zeit in der Wache rum, Anwohner*innen wurden selbstverständlich nicht an dem Prozess beteiligt. (Mehr Infos hier)
Zaun um den Görli
CDU-Bürgermeister Kai Wegner will „den Kriminellen“ den Görlitzer Park entreißen und den “Anwohner*innen und Familien” zurückgeben -und baut deshalb einen Zaun um den Park und will ihn nachts und bei Bedarf schließen.
Vor dem Hintergrund einer jahrelangen Medienkampagne wird im Rahmen eines (Un-)Sicherheits- und Angst-Diskurses an den zweifelsohne vor Ort bestehenden sozialen Konflikten vorbei entschieden (ganz zu schweigen von einer Einbindung lokaler Akteure) und stattdessen auf populistische Symbol-Politik gesetzt.
Dass Anwohner*innen und Familien den Görli bereits nutzen, ein Zaun nicht gegen Armut, Drogenhandel, Obdachlosigkeit, Drogenkonsum oder Gewalt hilft, spielt keine Rolle, ebenso wenig wie die fehlenden Fakten, die der Bürgermeister zur Begründung seines Vorgehens präsentierte. Mehrfach wurden seine Aussagen als Lügen enttarnt. (Mehr Infos hier)
Im verhassten links-alternativen Kreuzberg soll nun ein weiteres Exempel seiner Law-&Order-Politik statuiert werden – die Anwohner*innen werden mit den durch Verdrängung in die Wohngebiete verursachten Problemen mal wieder alleine gelassen. Die meisten wissen: Der millionenschwere Zaun löst kein einziges Problem – das Geld wäre besser in sozialen Hilfen für von Armut Betroffene, psychisch Belastete oder die Drogenhilfe angelegt. (Mehr Infos hier)
Messerverbotszonen
Seit dem 15. Februar 2025 gelten in Berlin der Görlitzer Park, das Kottbusser Tor und der Leopoldplatz als Waffenverbotszonen. Das Mitführen von Messern und anderen „Waffen und waffenähnlichen Gegenständen“ (dazu zählt auch Pfefferspray) kann dann mit bis zu 10.000€ Strafe geahndet werden. Warum der Görlitzer Park eine Waffenverbotszone werden soll, bleibt unklar: laut Zahlen der Polizei wurden im Zeitraum Juli 2023 bis Juni 2024 nur knapp über drei Prozent aller Straftaten im Görlitzer Park mit Messern oder anderen Waffen begangen. Ohnehin finden 90 Prozent aller von der Polizei benannten Straftaten im kbO Görlitzer Park/Wrangelkiez außerhalb des Görlis statt(Quelle). Es gibt auch keine wissenschaftliche Studie zur Wirksamkeit von Waffenverbotszonen, Expert*innen bezweifeln die Wirksamkeit. (Mehr Infos hier)
Kameraüberwachung & KI
Als i-Tüpfelchen der CDU-SPD-geführten Law-&-Order-Kampagne soll jetzt berlinweit an kbOs auf Videoüberwachung in Verbindung mit einer auf künstliche Intelligenz basierten Auswertung der Daten gesetzt werden. Durch die Anwendung von KI soll das Verhalten von Personen und Personengruppen schnell erkannt werden und die Polizei schnell eingreifen können. Datenschutz scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen und warum dieses Vorhaben funktionieren sollte, bleibt unklar: keine KI erkennt, ob es sich um kämpfende/aggressive oder tanzende Personen handelt, irrationales Verhalten von Menschen in psychischen Ausnahmesituationen lässt sich nicht mit logischen und rationalen Rechenvorgängen vorhersagen. Ohnehin führt der Einsatz von nur unzureichend im Umgang mit Traumata, psychisch kranken und auffälligen Personen ausgebildeten Polizist*innen immer wieder zu vermeidbaren Eskalationen. Immer wieder wird von Expert*innen und Wissenschaftler*innen darauf hingewiesen, dass KI bestehende Diskriminierung wie Rassismus und Stigmatisierung von Suchtkranken weiter verstärkt. (Mehr Infos)
Anwohner*in haben bereits im Dezember 2022 in einem Offenen Brief die Überforderung im öffentlichen Raum beschrieben und ganz andere Lösungen als “predictive policing” eingefordert -leider wurden sie ignoriert
… wie weiter?
Nach kbO, Polizeiwache, Zaun und Waffenverbotszone ist das Maßnahmenpaket mit KI-gestützter Videoüberwachung also perfekt. Ach Moment, laut AfD fehlt eine Polizeiwache im Görli und drohnen- und wärmebildgestützte Überwachung aus der Luft…
Menschenrechte!
Was für ein Armutszeugnis und was für eine Bankrotterklärung, denn funktionieren wird das alles nicht: die Polizei ist nicht dazu da, Armut zu bekämpfen und soziale Konflikte werden nicht durch populistische Symbol-Politik beseitigt.
Alle Versuche repressiver Strategien der letzten 15 Jahren im und um den Görlitzer Park haben nicht funktioniert und allenfalls zu einer Verlagerung von “unerwünschtem Verhalten” geführt.
Dass die lokale Bevölkerung in einer gigantischen 1984-Bubble leben muss, wird ausgeblendet.
Dass die Kieze mit den sozialen Konflikten mal wieder alleine gelassen werden, wird ignoriert.
Dass die Menschenwürde und das Recht auf Gesundheit sowie soziale Teilhabe von Drogenkonsument*innen, Obdachlosen, Geflüchteten, psychisch Kranken und anderen marginalisierten Gruppen vollkommen auf der Strecke bleiben und diese Personengruppen ausschließlich als Bedrohung der Sicherheit (von wem eigentlich? Der Mittelschicht?) gesehen werden, ist absolut bedenklich.
Massive Gentrifizierungsprozesse, wie sie im Wrangelkiez zu beobachten sind, verstärken diese Entwicklungen und rücken die Sicherheit für einkommensstarke (zukünftige) Bewohner*innen in den Fokus und blenden den Rest aus.
Alle zusammen gegen den Faschismus!
Insbesondere in Zeiten mit starken rechtspopulistischen und rechtsextremen politischen Strömungen, in denen ein Wiederaufleben neofaschistischer Ideen gar nicht mehr so unwahrscheinlich oder weit entfernt erscheinen, werden Überwachungstechniken ohne mit der Wimper zu zucken eingesetzt und genutzt. Diese Maßnahmen komplexer (totalitärer?) Überwachung und Kontrolle sind brandgefährlich. Das zeigt aktuell ein Blick (nicht nur) in die USA.
Solidarische Kieze!
Umso wichtiger ist es, den Zusammenhalt in der Nachbarschaft und im Kiez zu stärken und solidarische Kieze aufzubauen, um diesen repressiven und ausgrenzenden Strategien gemeinsam zu begegnen und sie wieder rückgängig zu machen -sei es auf politischer Ebene oder in der Praxis.
Schluss mit Populismus und Symbol-Politik! Soziale Lösungen für soziale Konflikte.
Soziale Projekte vor dem Aus, aber der Zaun bleibt. Warum das Quatsch ist, was die Probleme und Konflikte sind, mit denen Anwohner*innen konfrontiert sind, welche Lösungen sinnvoll wären und was unsere Proteste gegen die neue Phase in der Zaun-Posse sein werden, besprechen wir direkt vor Ort. Kiezrundgang & Baustellenbegutachtung: Sonntag, 7. September, 18 Uhr Wrangelstraße Ecke Falckensteinstraße